Bücher-Flohmarkt am 16. September

Der nächste Bücherflohmarkt findet am 16.09.2018 statt.
Die Modalitäten sind die gewohnten:
Der Bücherflohmarkt findet im Innenhof des "Bürgerzentrums Alte Feuerwache" (Melchiorstr. 3, 50670 Köln) statt.
Ab 8.00 Uhr können die Verkaufsstände aufgebaut werden. Es gibt kein Anrecht auf ausgewählte oder angestammte Plätze. Im Zweifelsfall entscheidet der Veranstalter. Tische bitte mitbringen. Erlaubt sind nur gebrauchte Bücher - keine Neuware. Eine Standgebühr wird nicht erhoben.


Im Kampf gegen die Tyrannei

Gewaltfrei-revolutionäre Massenbewegungen in arabischen und islamischen Gesellschaften: der zivile Widerstand in Syrien 2011-2013 und die "Republikanischen Brüder" im Sudan 1983-1985

Eine Buchvorstellung durch Lou Marin, Marseille

Die Kriege im Mittleren Osten und in der afrikanischen Sahelzone treffen vor allem ZivilistInnen und zwingen Millionen zur Flucht. Viele Medien stellen als Handelnde nur die bewaffneten Militärs und Milizen dar, denen eine angeblich passive, ihnen ausgelieferte Bevölkerung gegenübersteht. Dieses Bild lässt zunehmend in Vergessenheit geraten, dass in den arabischen Aufständen 2011 Militärdiktaturen auf gewaltfreie Weise gestürzt oder ins Wanken gebracht worden sind.
Der erste Teil des Buches dokumentiert die syrische gewaltfreie Massenbewegung während der Jahre 2011 bis 2013. Die Texte der syrischen gewaltfreien RevolutionärInnen und Graswurzel-JournalistInnen schildern u.a. die Aktionen von Frauen, die zu Beginn der Massenproteste eine besondere Rolle gespielt haben. Beschrieben werden die Freien Frauen Darayyas, das Mazaya-Frauenzentrum oder die in der arabischen Welt bekannte Schauspielerin Fadwa Suleiman, die mit den Mitteln der Kunst gegen die Tyrannei des al-Assad-Regimes kämpfte. Erinnert wird außerdem an den Einfluss des Anarchisten Omar Aziz auf die entstehende Rätebewegung in Stadtteilen und Regionen Syriens sowie an Jawdat Said, den wichtigsten Theoretiker der Syrischen Bewegung für Gewaltfreiheit.
Der zweite Teil des Buches informiert über die gewaltfreie Massenbewegung im Sudan von 1983 bis 1985. Sie wurde wesentlich durch den Sufi, Antikolonialisten und libertären Interpreten des Koran, Mahmud Taha, und seine Organisation Republikanische Brüder geprägt. Ihr gelang es, die Militärdiktatur an-Numairis, der seine Tyrannei als säkular-sozialistischer Putschist in der Tradition der jungen Offiziere von Nasser bis Gaddafi begründete, aber später als Verbündeter der Muslimbrüder die Scharia einführte, entscheidend zu schwächen. Taha wurde als "Ketzer" verurteilt und 1985 hingerichtet. Er hatte ein Konzept für ein föderalistisches System entwickelt, das den Krieg zwischen Nord- und Südsudan entschärft und den späteren Massenmord in Darfur möglicherweise verhindert hätte.

Dienstag, 16.10.2018 - 20 Uhr
Alte Feuerwache, Köln
Melchiorstraße 3, 50670 Köln
Kinoraum im Mannschaftshaus (2. Etage)
Eintritt: Spende


Lesekreis 2018 in der tte-Bücherei

Warten auf den großen Crash

Krisentheorie nach Marx – Rosa Luxemburg und Henryk Grossmann

jeden Montag 19.00 Uhr
tte-Bücherei, Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln (Mannschaftshaus, 2. Stock)

Der Kapitalismus scheint aus seiner Krise nicht herauszukommen. Nach dem großen Crash von 2007/2008 wurden alle nur möglichen geldpolitischen Hebel in Bewegung gesetzt, um das sinkende Schiff wieder flott zu machen. An der Oberfläche konnte damit tatsächlich für einige Jahre der Eindruck erweckt werden, dieses globale System der Ausbeutung, Unterdrückung und Naturzerstörung könne weiter funktionieren wie bisher. Mittlerweile wird aber selbst den vehementesten Verteidigern dieser Gesellschaftsordnung mulmig und sie fragen sich, ob nicht lediglich die nächste, noch gigantischere Blase aus fiktivem Kapital durch die Überschwemmung der Welt mit billigem Geld aufgeblasen wurde. Das beängstigende Raunen im Wirtschaftsteil der Zeitungen wird jeden Tag lauter: Von einer zunehmenden „Zombifizierung“ von Unternehmen ist die Rede, womit sie meinen, dass viele Firmen ohne das billige Geld sofort bankrottgehen würden. Der „Anlagenotstand“ lässt Milliardenwerte von Kapital untätig herumliegen und die Zentralbanken merken allmählich, dass sie nicht bis in alle Ewigkeit weiter Geld drucken können. Und jetzt noch der erste Mini-Crash Anfang Februar 2018.
Alles gute Aussichten und Anreiz, uns im Kopf auf die kommende Krise vorzubereiten. Der Kölner Lesekreis, der sich in den letzten zwei Jahren die drei Bände des „Kapital“ von Karl Marx erarbeitet hat, wird sich anknüpfend an diese Lektüre mit marxistischen Krisentheorien beschäftigen – und lädt dazu auch andere Menschen ein. Die Kenntnis des „Kapital“ von Marx ist für die Beteiligung von Vorteil, aber nicht unbedingt erforderlich, da wir auf die jeweiligen Argumente ohnehin immer wieder eingehen werden. Dafür haben wir zwei Klassiker ausgewählt, die zwar oft zitiert, aber nur selten wirklich gelesen werden – es sind zwei dicke Schwarten, da macht es einfach mehr Spaß und Mut, sich in einer Gruppe gemeinsam in die Lektüre zu vertiefen.

Rosa Luxemburg: Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus (1913)
Henryk Grossmann: Das Akkumulations- und Zusammenbruchsgesetz des kapitalistischen Systems (1929)

Kontakt: kapital-lesen-koeln@web.de


Wasserschaden und Bücherspenden

Leider wurde unsere Bücherei Ende letzten Jahres durch eine defekte Heizung unter Wasser gesetzt. Neben anderen Schäden sind dabei auch einige Bücher unbrauchbar geworden, die wir natürlich gern ersetzen möchten.
Da dies durch unsere begrenzten Mittel nicht so schnell zu machen ist, veröffentlichen wir hier eine Liste dieser Bücher:

Sollte jemand eines oder mehrere dieser Bücher besitzen und braucht es vielleicht nicht mehr ("schon dreimal gelesen"), so würden wir uns freuen, wenn es uns gespendet wird. Selbstverständlich stellen wir bei Bedarf Spendenquittungen für das Finanzamt aus.