Bücher-Flohmarkt 3. September 2017

Der nächste Bücherflohmarkt findet am 3.9. statt
Die Modalitäten sind die gewohnten:
Der Bücherflohmarkt findet im Innenhof des Bürgerzentrums "Alte Feuerwache" (Melchiorstr. 3, 50670 Köln) statt.
Ab 8.00 Uhr können die Verkaufsstände aufgebaut werden. Es gibt kein Anrecht auf ausgewählte oder angestammte Plätze. Im Zweifelsfall entscheidet der Veranstalter. Tische, Stühle usw. bitte selbst mitbringen. Erlaubt sind nur gebrauchte Bücher - keine Neuware. Eine Standgebühr wird nicht erhoben. Weitere Nachfragen können telefonisch (0221/73 17 98) oder per Mail gestellt werden.

Seit 150 Jahren: Dem Fetisch des Kapitals auf der Spur

Lesekreis zu Karl Marx, Das Kapital, 2. und 3. Band

Mit Christian Frings

Köln, jeden Mittwoch, ab dem 1. Februar 2017, 18:30 Uhr, tte-Bücherei
im Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln, Mannschaftshaus, 2. Stock

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

Im September 1867, vor nun 150 Jahren, veröffentlichte Karl Marx nach über 20jährigen Studien den ersten Band seines Hauptwerks "Das Kapital. Zur Kritik der politischen Ökonomie". Als ihn sein Freund Friedrich Engels bei der Korrektur der Druckfahnen darauf hinwies, dass einigen wichtigen Abschnitten die gesundheitlichen Probleme von Karl, der während der Niederschrift unter Karbunkeln litt, leider anzumerken seien, bemerkte dieser am 22.6.1867 nur bissig: "Jedenfalls hoffe ich, daß die Bourgeoisie ihr ganzes Leben lang an meine Karbunkeln denken wird" und poltert gleich darauf gegen die kapitalistischen "Schweinhunde", weil sie versuchten, die Einschränkung der Kinderarbeit zu verhindern und die Gewerkschaften zu unterdrücken. Diese Briefstelle macht deutlich, dass für Marx die theoretische Arbeit an der Kritik des Kapitals nie der intellektuellen oder akademischen Selbstbefriedigung diente. Er sah sie als einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen die "Menschheitsqualen", die mit dem weltweiten Siegeszug des Kapitals als der vorherrschenden Produktionsweise verbunden sind.

Nach der dramatischen Finanz- und Weltwirtschaftskrise von 2007/2008 und in einer Zeit zunehmender sozialer Ungleichheit und einer drohenden ökologischen Zerstörung des Planeten stößt die Kritik von Marx wieder auf ein breiteres Interesse. Sie stellt auf sehr radikale Weise die ganze Art unseres alltäglichen Lebens und Arbeitens in Frage, das auch hier viele Menschen nur noch als ein sinnloses Hamsterrad erleben. Marx' Kritik zielte darauf, die scheinbare Allmacht des Kapitals und seiner endlosen Akkumulation als eine fetischhafte Verdinglichung unsere eigenen sozialen Beziehungen und unserer kollektiven Produktivität und Kreativität zu entschlüsseln. Er will uns damit die Perspektive einer emanzipatorischen Praxis eröffnen, in der dieser Fetisch des Kapitals durch die selbstbewusste Herstellung unserer Gesellschaftlichkeit überwunden werden kann.

In diesem Sinne wollen wir uns im Lesekreis zum 2. und 3. Band des Kapital mit seiner Argumentation auseinandersetzen und prüfen, ob und was sie uns heute noch zu sagen hat. Für die Teilnahme ist die Kenntnis des 1. Bands eine gute Voraussetzung, aber nicht zwingend erforderlich. Da Marx die Logik seiner Argumentation als ein "artistisches Ganzes" betrachtete, werden wir ohnehin immer wieder auf den 1. Band zurückgreifen müssen.

Es wird um eine kurze Anmeldung an die Adresse: kapital-lesen-koeln@web.de gebeten, damit wir die Größe des Lesekreises abschätzen können.


Wasserschaden und Bücherspenden

Leider wurde unsere Bücherei Ende letzten Jahres durch eine defekte Heizung unter Wasser gesetzt. Neben anderen Schäden sind dabei auch einige Bücher unbrauchbar geworden, die wir natürlich gern ersetzen möchten.
Da dies durch unsere begrenzten Mittel nicht so schnell zu machen ist, veröffentlichen wir hier eine Liste dieser Bücher:

Sollte jemand eines oder mehrere dieser Bücher besitzen und braucht es vielleicht nicht mehr ("schon dreimal gelesen"), so würden wir uns freuen, wenn es uns gespendet wird. Selbstverständlich stellen wir bei Bedarf Spendenquittungen für das Finanzamt aus.